Nutzertreffen 2014: Anpassungen und Erweiterungen

Das Treffen für TextGrid-NutzerInnen und alle, die es werden wollen

Am 4. und 5. August 2014 fand an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg das vierte TextGrid-Nutzertreffen statt. Der Themenschwerpunkt „Anpassungen und Erweiterungen“ verband dabei Erfahrungsberichte aus Projekten, die TextGrid nutzen, mit Workshops zur fortgeschrittenen Nutzung von TextGrid Laboratory und Repository. Eine einführende Schulung zu Beginn sowie Posterpräsentationen im Rahmen des TextGrid-Cafés rundeten das Programm ab.

Programm am 4. August

09:00-10:00: Registrierung
10:00-12:00: Dr. Oliver Schmid (Darmstadt): Einführung in TextGrid (Workshop)
12:00-13:00: Mittagsimbiss mit Registrierung
13:00-13:30: Prof. Dr. Gunther Neuhaus, Prof. Dr. Gerhard Schneider, Prof. Dr. Juliane Besters-Dilger (Freiburg): Begrüßung
13:30-14:00: Dr. Susanne Mocken und Dr. Irina Podtergera (Freiburg): SlaVaComp – auf dem Weg zu einem kirchenslavischen Meta-Glossar
14:00-14:30: Mathias Göbel (Göttingen): Theodor Fontanes Notizbücher und TextGrid
14:30-15:00: Dr. Heiko Weber und Stefan Funk (Göttingen): Blumenbach – online
15:00-15:30: TextGrid-Café mit Posterpräsentation
15:30-17:30: Dr. Alexander Gehler und Ubbo Veentjer (Göttingen): Einbindung von XML-Datenbanken in TextGrid (Workshop)
20:00: Abendessen auf eigene Kosten

Programm am 5. August

09:00-10:00: Registrierung
10:00-12:00 Mathias Göbel (Göttingen) und Philipp Vanscheidt (Darmstadt/Trier): Erstellung synoptischer Ansichten mit XSLT (Workshop)
10:00-12:00: Maximilian Brodhun, Stefan Funk und Ubbo Ventjeer (Göttingen): Fragen an TextGrid-Entwickler
12:00-14:00: Mittagsimbiss mit Posterpräsentation

Vorträge

Referent Thema
Dr. Susanne Mocken
Dr. Irina Podtergera
SlaVaComp – auf dem Weg zu einem kirchenslavischen Meta-Glossar
Mathias Göbel Theodor Fontanes Notizbücher und TextGrid
Dr. Heiko Weber
Stefan Funk
Blumenbach – online
Mathias Göbel
Philipp Vanscheidt
Erstellung synoptischer Ansichten mit XSLT
Maximilian Brodhun
Stefan Funk
Ubbo Ventjeer
Fragen an TextGrid-Entwickler

SlaVaComp – auf dem Weg zu einem kirchenslavischen Meta-Glossar

Das Projekt SlaVaComp beschäftigt sich mit der Erforschung der graphischen und lexikalischen Variabilität des Kirchenslavischen am Beispiel der griechisch-kirchenslavischen Übersetzungen und kirchenslavischer Originaltexte im ost- und südosteuropäischen Raum. Die sich in diesem Zusammenhang ergebenden linguistischen Fragen sollen mit Hilfe eines sich gerade im Aufbau befindlichen kirchenslavischen Meta-Glossars beantwortet werden, auf dessen Entstehung im Vortrag näher eingegangen wurde.

Im Fokus standen dabei Probleme der multilingualen Textverarbeitung, für die im Projekt Lösungsansätze erarbeitet werden. Zum einen wurden texttechnologische Verfahren diskutiert, die mittels korrekter Kodierung eine getreue Wiedergabe der graphischen Variabilität mittelalterlicher Handschriften gewährleisten. Ein besonderer Akzent lag dabei auf den Gebrauch von Schriftzeichen bei der Eingabe von Texten in den Computer, denn nur bei konsequenter Anwendung der Unicode-Vorgaben ist deren digitale Nutzbarkeit (z.B. Effizienz bei Suchanfragen) sichergestellt. Zum anderen wurde auf Schwierigkeiten eingegangen, die sich bei der Transformation der Ausgangsdateien in datenbanktaugliches Material ergeben. Wie werden die zugrundeliegenden Word-Dateien in XML-Dateien überführt? Wie ist es außerdem möglich, eine einheitliche XML-Struktur zu ermitteln, die sowohl den einfach als auch den komplizierter aufgebauten Glossaren gerecht wird?

Theodor Fontanes Notizbücher und TextGrid

Notizbucheditionen stellen hohe Anforderungen an Editoren und technische Rahmenwerke. Ziel des Projektes „Genetisch-kritische und kommentierte Hybrid-Edition von Theodor Fontanes Notizbüchern basierend auf einer Virtuellen Forschungsumgebung“ ist es, 67 überlieferte Notizbuchbände nach philologischen Standards der Textkritik und Kommentierung zu publizieren und somit der Forschung Digitalisat, Transkription, edierten Text, textkritischen Apparat und Kommentar zur Verfügung zu stellen. „Unser TextGrid“ setzt dabei auf das Zusammenspiel von TextGrid Laboratory und Repository und das auf SADE basierende Projektportal. Diese Ressourcen werden zur Unterstützung der Codierungsarbeit eingesetzt und simultan das Stylesheet für die digitale Edition generiert.

Blumenbach – online

Quellengrundlagen der HistorikerInnen sind vor allem überlieferte Schriften (Druckschriften oder Handschriften) des zu bearbeitenden Zeitraums und Gegenstandsbereichs. Jedoch sind die Quellen bereits Ende des 18. Jahrhunderts so umfangreich und disparat, dass es für HistorikerInnen sehr hilfreich sein kann in der Analyse, Bewertung und Interpretation der Quellen auf Mittel und Methoden der digitalen Geschichtswissenschaft zurückgreifen zu können. Vor dem Hintergrund dieser Problemlage und Fragestellung hat das Projekt „Johann Friedrich Blumenbach – online“, gemeinsam mit TextGrid – insbesondere der DAASI International GmbH Tübingen – ein Synopsentool (auf der Basis von CollateX und TextGridRep) entwickelt. Der Vortrag zeigte in zwei Teilen (Forschungsfrage und technische Realisierung), wie durch die elektronisch unterstützte Ermittlung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Textvarianten (unterschiedliche Ausgaben und Auflagen eines Werkes, dessen Übersetzung in unterschiedliche Sprachen, unterschiedliche Gattungen von Texten zu einem Thema, etc.) für den Forscher Sachverhalte sichtbar gemacht werden, die mit großer Wahrscheinlichkeit zu neuen Forschungsfragen führen.

Workshops

Im Fokus der Workshops stand die eigene Erfahrung im Umgang mit dem TextGridLab. Nach einer einführenden Präsentation wechselten sich interaktive Übungen und eigenständig zu lösende Aufgaben ab, in denen die TeilnehmerInnen die erlernten Arbeitsschritte wiederholen konnten.

Einführung in TextGrid (4. August, 10:00–12.00 Uhr)

Die Schulung gab zunächst einen Überblick über die wichtigsten Werkzeuge des TextGridLab und deren grundlegende Funktionen. Den Schwerpunkt der Veranstaltung bildeten dann die Kernfunktionen der Objektverwaltung und des Text-Bild-Link-Editors.

  • Wie ist die Oberfläche aufgebaut und welche Besonderheiten sind bei Eclipse zu beachten?
  • Wie werden Projekte verwaltet, wie werden Rechte an andere NutzerInnen vergeben?
  • Wie generiere ich Daten, wie importiere (und wie exportiere) ich sie?
  • Wie ist der Text-Bild-Link-Editor aufgebaut und welche Funktionen bietet er?
  • Wie verknüpfe ich XML-Texte mit Bildmarkierungen?

Zielgruppe des Einsteiger-Workshops waren hauptsächlich diejenigen TeilnehmerInnen, die im Umgang mit TextGrid im Allgemeinen bzw. dem Text-Bild-Link-Editor im Speziellen noch keine oder wenig Erfahrung gesammelt haben. Die Schulung konnte aber auch als Einstieg für die Veranstaltungen für Fortgeschrittene genutzt werden.

Einbindung von XML-Datenbanken in TextGrid (4. August, 15:30–17:30 Uhr)

Im Rahmen des von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen geförderten Langzeitprojekts „Johann Friedrich Blumenbach – online“  entsteht ein Online-Portal, das die Werke des Naturforschers wie auch die naturhistorischen Objekte, die ihm in seiner Sammlung und der des Göttinger Akademischen Museums  zur Verfügung standen, in erschlossener und miteinander verknüpfter Form präsentieren wird. Dazu wurde eine speziell auf diese (sehr heterogenen) Objekte und deren wissenschaftliche und digitale Erschließung angepasste Datenbankstruktur geschaffen, mit der die Sammlungsobjekte im TextGrid Repository erstellt, bearbeitet und verwaltet werden können. Im Workshop wurden Details zu Aufbau, Programmierung und Einbindung der Datenbank in TextGrid präsentiert. Anhand praktischer Übungen konnten die TeilnehmerInnen selbst die Digitalisierungs-, Erfassungs- und Erschließungswege von Sammlungsobjekten nachvollziehen.

Erstellung synoptischer Ansichten mit XSLT (5. August, 10:00–12:00 Uhr)

In das TextGridLab ist ein XSLT 2.0-Prozessor integriert, mit dem Transformationen von XML-Dokumenten in eine Vielzahl von Formaten vorgenommen werden können. So ist es zum Beispiel möglich, schon während der Bearbeitung von Dokumenten eine Vorschau zu generieren und das mögliche Endergebnis zu betrachten. In einer kurzen Vorbereitungsphase wurden die Grundlagen der eXtensible Stylesheet Language Transformation (XSLT) dargestellt und erläutert, wie diese Transformationen auf XML-Dokumente innerhalb des TextGridLabs angewendet werden können. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Umwandlung von TEI in HTML und den Möglichkeiten, schon die Erarbeitung eines Datenbestandes mit solchen Umwandlungen zu unterstützen.

Fragen an TextGrid-Entwickler (5. August, 10:00–12:00 Uhr)

Drei Entwickler aus den Reihen von TextGrid standen zu einem offenen Werkstattgespräch bereit, bei dem alle Fragen technischer Natur zu der virtuellen Forschungsumgebung gestellt werden konnten. Insbesondere Fragen zu Anpassungen und Erweiterungen konnten konnten auch schon im Vorfeld gestelltwerden.

Vorbereitung

Wer ein Problem - möglichst im Zusammenhang mit dem Thema der Veranstaltung – mit TextGrid lösen und im Rahmen der Workshops gemeinsam eine Lösung erarbeiten wollte, konnte sich vorab an das TextGrid-Team wenden (siehe Kontakt).

Tagungsort

Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten der Freiburger Universität in der Wilhelmstraße 26 in der Nähe des Bahnhofs statt.

Kontakt

Sollten Sie noch Fragen haben, können Sie sich gerne an Philipp Vanscheidt (Technische Universität Darmstadt/Universität Trier) wenden: vanscheidt@linglit.tu-darmstadt.de